Oktober 17, 2012 Photobucket Photobucket 0 Kommentare


Kennt ihr das? Wenn man genau weiß, dass man etwas nicht machen bzw. anschauen sollte und man es trotzdem nicht lassen kann. Ich bereue es schon beim ersten Bild das ich mir anschaue, bei der ersten Thinspo, beim ersten Blog eines Mädchens das zeigen muss wie dünn es doch ist. Aber anstatt wegzuklicken muss ich weiterschauen, ich merke wie es mich jedes mal wieder zurückwirft, wie das Bedürfnis an der Krankheit festzuhalten wieder größer wird. Das Rationale, der Kopf weiß genau, dass das Falsch ist, aber mein Bauch ist in solchen Momenten einfach der Teil der sich durchsetzt. Gleiches wenn ich ein dünnes Mädchen in der Stadt sehe, auch wenn es gerade mal 14 Jahre alt ist und der Körperbau entwicklungsbedingt einfach anders ist und auch wenn ich nicht so kindlich aussehen möchte. Es reißt mich alles zurück und ich hasse mich dafür, dass ich mich so von Bildern und anderen beeinflussen lasse.
Letzte Woche hatten wir es in der Pause davon, auf was für eine Figur Jungs stehen, ich hab mich mal dezent zurückgehalten. Bis einer zu mir meinte: also das ist definitiv zu dick. Ja es war ironisch, ja ich weiß das und ja ich darf das nicht ernst nehmen. Aber trotzdem, ich kann mir das noch so einreden, mit essen hat sichs dann erstmal, die ganzen guten Vorsätze sind auf einmal wie weggeblasen. Meine Freundinnen waren geschockt und ich nehm es meinem Freund auch nicht übel, er kann ja nicht wissen wie sehr mich so etwas mitnimmt. Woher auch? Wenn man neben einer Bohnenstange steht, dann ist das für Jungs immer unverständlich glaube ich. Es gibt wirklich nur wenige Jungs die meine Essstörung verstehen, auf jeden Fall ist es mir unangenehmer mit Jungs darüber zu reden.
Habt einen schönen Tag, Lia.

Hör gut zu, du bist mein Herz.

Hallo ihr da draußen,
wie ihr seht, hab' ich alle alten Posts gelöscht. Irgendwie haben sie mich belastet, ich will nicht zu sehr an alte Zeiten erinnert werden, in denen ich noch nicht gesund werden wollte, in denen ich mich noch vor dem Essen geekelt habe und nicht nach vorne gegangen bin, um etwas zu verändern.
Ich habe viel zu viel Zeit in Kliniken verbracht, ich möchte nicht sagen verschwendet, weil doch jeder Aufenthalt mir in irgendeiner Weise etwas gegeben hat. Doch mit der Zeit habe ich gemerkt, dass das Kranke nicht in Einklang zu bringen ist mit dem Glücklichen und Lebensfrohen. Je länger man jeden Tag gegen seinen Körper kämpft, desto kräftezehrender ist es und irgendwann kommt man an den Punkt, an dem es einfach nicht mehr weitergeht.
Ich will meine Diziplin in Richtung ESSEN und nicht Richtung NICHTESSEN lenken. Ich mag mich zur Zeit weder mit Essen noch ohne Essen und daran muss ich arbeiten, weil ich sonst nicht gesund und glücklich werden kann.
Im Frühjahr mache ich mein Abitur, dann möchte ich mein FSJ in Afrika machen und danach Medizin studieren und dazu brauche ich einfach mehr Kraft als je zuvor und die hole ich mir jetzt zurück.
Ich weiß, wieviele Neuanfänge ich schon gemacht habe, wie oft ich mir gesagt habe: morgen fang ich an etwas zu ändern. Und dann war es doch einfacher nichts zu essen, es alles so zu lassen wie es war. Aber diese Ausreden lasse ich jetzt nicht mehr gelten. Auch wenn ich noch hundert Anfänge brauche, einer wird klappen.
So, hat euch jetzt wahrscheinlich nicht interessiert, aber es hat gut getan und es war einfach nur für mich.
Allerliebst, Lia.
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